Lieferando-Kosten: Was zahlt ein Restaurant wirklich?
Die öffentlich am besten belegten Lieferando-Referenzwerte betragen 14 Prozent, wenn das Restaurant selbst liefert, und 30 Prozent mit Lieferando-Logistik. Der Ratgeber rechnet beide Modelle je Bestellung, Monat und Jahr durch und zeigt, welche Kosten in einem fairen Vergleich zusätzlich berücksichtigt werden müssen.
Die kurze Antwort: 14 oder 30 Prozent
Restaurants müssen bei Lieferando mit zwei deutlich unterschiedlichen Kostenmodellen rechnen:
- 14 Prozent Provision, wenn das Restaurant die Bestellung selbst ausliefert.
- 30 Prozent Provision, wenn Lieferando zusätzlich die Auslieferung übernimmt.
Das sind die öffentlich am besten belegten Referenzwerte. Lieferando veröffentlichte sie in einem offiziellen Factsheet; ein Unternehmenssprecher bestätigte sie später erneut. Bei einer provisionsrelevanten Bestellung über 30 Euro kostet das Restaurant die Vermittlung rechnerisch 4,20 Euro. Mit Lieferando-Logistik sind es 9 Euro.
Branchenartikel nennen teilweise Spannen von 13 bis 14 Prozent beziehungsweise 30 bis 31 Prozent. Für eine belastbare Modellrechnung verwenden wir nicht die Spanne, sondern die direkt dokumentierten Werte von 14 und 30 Prozent. Dein tatsächlicher Vertrag kann trotzdem abweichen.
| Lieferando-Modell | Referenzwert | Lieferleistung | Kosten bei 30 € Bestellwert |
|---|---|---|---|
| Restaurant liefert selbst | 14 % | Restaurant organisiert Fahrer und Fahrzeuge | 4,20 € |
| Lieferando liefert | 30 % | Lieferando übernimmt die Auslieferung | 9,00 € |
Was kostet Lieferando pro Bestellung?
Die Rechnung ist einfach: Bestellwert mal Provisionssatz. Entscheidend ist allerdings, welcher Wert laut Vertrag als Provisionsbasis gilt. Die Tabelle rechnet vereinfachend mit dem vollständigen angegebenen Bestellwert.
| Provisionsbasis je Bestellung | Kosten bei 14 % | Kosten bei 30 % | Nach Provision verbleibender Betrag: 14 % / 30 % |
|---|---|---|---|
| 20 € | 2,80 € | 6,00 € | 17,20 € / 14,00 € |
| 30 € | 4,20 € | 9,00 € | 25,80 € / 21,00 € |
| 40 € | 5,60 € | 12,00 € | 34,40 € / 28,00 € |
| 50 € | 7,00 € | 15,00 € | 43,00 € / 35,00 € |
Der verbleibende Betrag ist noch kein Gewinn. Davon gehen Wareneinsatz, Verpackung, Personal, Miete, Energie, Steuern und gegebenenfalls eigene Lieferkosten ab. Gerade beim 14-Prozent-Modell ist dieser letzte Punkt wichtig: Die niedrigere Provision bedeutet nicht, dass die Lieferung kostenlos wäre.
Was kostet Lieferando im Monat?
Für die Monatskosten brauchst du drei Zahlen: Bestellungen, durchschnittliche Provisionsbasis und Provisionssatz.
Bestellungen × Provisionsbasis × Provisionssatz = monatliche Provision
Das folgende Beispiel nimmt einen durchschnittlichen Wert von 30 Euro an:
| Bestellungen pro Monat | Vermittelter Umsatz | Kosten bei 14 % | Kosten bei 30 % | Jahreskosten bei 14 % / 30 % |
|---|---|---|---|---|
| 100 | 3.000 € | 420 € | 900 € | 5.040 € / 10.800 € |
| 300 | 9.000 € | 1.260 € | 2.700 € | 15.120 € / 32.400 € |
| 600 | 18.000 € | 2.520 € | 5.400 € | 30.240 € / 64.800 € |
| 900 | 27.000 € | 3.780 € | 8.100 € | 45.360 € / 97.200 € |
Ein Restaurant mit 20.000 Euro Lieferando-Umsatz im Monat kommt damit auf 2.800 Euro Provision bei 14 Prozent oder 6.000 Euro bei 30 Prozent. Auf ein Jahr mit gleichbleibendem Umsatz hochgerechnet sind das 33.600 beziehungsweise 72.000 Euro.
Der Abstand von 3.200 Euro pro Monat ist nicht automatisch eine Einsparungschance. Im 30-Prozent-Modell bezahlt das Restaurant damit auch die Lieferando-Logistik. Ein seriöser Vergleich muss die Kosten einer eigenen Lieferflotte gegenrechnen.
Welche zusätzlichen Lieferando-Kosten können entstehen?
Die Provision ist der größte sichtbare Kostenblock, aber nicht immer der einzige. Prüfe Angebot, Vertrag und Abrechnung auf diese Punkte.
Eigene Fahrer und Fahrzeuge
Beim 14-Prozent-Modell trägt das Restaurant die vollständige Lieferorganisation. Dazu gehören Lohn und Lohnnebenkosten, Fahrzeuge, Kraftstoff oder Strom, Versicherung, Wartung, Ausfallzeiten und Disposition.
Die eigenen Lieferkosten pro Bestellung lassen sich nicht pauschal seriös angeben. Teile dafür die tatsächlichen Fahrer- und Fahrzeugkosten eines Monats durch die Zahl der ausgelieferten Bestellungen.
Bezahlte Sichtbarkeit
Zusätzliche Promotion kann die Platzierung im Marktplatz verbessern. Dafür gibt es keine belegte universelle Preisliste. Nutzt ein Restaurant solche Leistungen, gehören die konkreten Kampagnenkosten zusätzlich in die Monatsrechnung.
Servicegebühr für den Gast
Seit April 2025 wird laut Händlerbund im Lieferando-Warenkorb eine Servicegebühr für Gäste berechnet. Genannt wurden 2,5 Prozent bis höchstens 0,99 Euro bei Selbstlieferung sowie 5 Prozent bis höchstens 1,49 Euro bei Lieferando-Logistik.
Diese Servicegebühr ist keine Provision des Restaurants. Sie darf deshalb nicht als weiterer Restaurantabzug in den Rechner eingetragen werden. Sie kann den sichtbaren Endpreis für den Gast jedoch erhöhen.
Vertragsklauseln und Preisgestaltung
Das Bundeskartellamt beschäftigte sich 2023 mit einer Lieferando-Preisparitätsklausel. Daraus lässt sich nicht sicher ableiten, welche Regel heute in deinem Vertrag steht. Prüfe deshalb vor unterschiedlichen Preisen, Gutscheinen oder anderen Wechselanreizen immer die aktuellen Vertragsbedingungen.
Wann lohnt sich Lieferando trotz der Provision?
Lieferando kann sich lohnen, wenn die Plattform Bestellungen bringt, die das Restaurant ohne den Marktplatz nicht erhalten hätte. Die Provision kauft dann nicht nur Software, sondern Sichtbarkeit und – im 30-Prozent-Modell – eine Lieferleistung ein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wie viel Umsatz kommt über Lieferando?“ Sondern: „Wie viel zusätzlicher Deckungsbeitrag bleibt nach allen kanalspezifischen Kosten übrig?“
Ein Restaurant sollte Lieferando getrennt auswerten:
- provisionsrelevanter Umsatz,
- Lieferando-Provision,
- Wareneinsatz und Verpackung,
- eigene oder enthaltene Lieferkosten,
- bezahlte Promotion,
- verbleibender Deckungsbeitrag.
Besonders teuer wird der Marktplatz, wenn viele bereits bekannte Stammgäste weiterhin über Lieferando bestellen. Dann bezahlt das Restaurant möglicherweise Provision auf Umsatz, den es über Website, Google-Unternehmensprofil oder direkte Empfehlungen auch selbst hätte erhalten können.
Lieferando oder eigener Bestellshop: Was ist günstiger?
Rein beim Systempreis ist ein eigener Shop meist leichter planbar: ein fester Monatsbetrag steht einer umsatzabhängigen Provision gegenüber. Wirtschaftlich fair ist der Vergleich aber erst, wenn Reichweite, Lieferung, Onlinezahlung und Marketing auf beiden Seiten berücksichtigt werden.
| Kosten- oder Leistungsblock | Lieferando | GastroSprint-Direktkanal |
|---|---|---|
| Grundmodell | umsatzabhängige Provision nach Vertrag | ab 64 € netto monatlich |
| GastroSprint-Bestellprovision | entfällt, da anderes System | keine zusätzliche prozentuale Provision auf Direktbestellungen |
| Reichweite | Sichtbarkeit im Lieferando-Marktplatz | Restaurant baut eigene Kontaktpunkte auf |
| Lieferung | selbst oder durch Lieferando | vom Restaurant organisiert |
| Onlinezahlung | nach Lieferando-Modell | Kreditkarte und PayPal über Mollie Connect; automatische Onlinezahlungsabwicklung |
| Weitere Kosten | gegebenenfalls Promotion und eigene Logistik | Zahlungsanbietergebühren, Marketing und eigene Logistik |
Bei 300 Bestellungen mit durchschnittlich 30 Euro Provisionsbasis kostet das 14-Prozent-Modell rechnerisch 1.260 Euro im Monat. GastroSprint Direkt beginnt bei 64 Euro netto monatlich. Der reine Abstand beträgt 1.196 Euro.
Der Ratgeber zu den Kosten eines Online-Bestellsystems zeigt den vollständigen Kostenvergleich. Die aktuellen GastroSprint-Tarife stehen auf der Seite Preise.
Muss ein Restaurant Lieferando komplett ersetzen?
Nein. Für viele Restaurants ist ein paralleles Modell sinnvoller als ein harter Ausstieg:
- Lieferando bleibt ein Kanal für Marktplatzsichtbarkeit und Neukunden.
- Der eigene Shop wird zum direkten Bestellweg für Gäste, die das Restaurant bereits kennen.
- Jeder Kanal wird nach seinem tatsächlichen Deckungsbeitrag bewertet.
Kontaktdaten aus Lieferando-Bestellungen dürfen nicht automatisch für Newsletter, SMS oder andere Werbung verwendet werden. Direkte Kundenkommunikation braucht eine zulässige Grundlage und muss zu Datenschutz, Werbeeinwilligungen und den aktuellen Plattformbedingungen passen.
Der Vergleich GastroSprint vs. Lieferando ordnet beide Modelle nach Leistung ein. Die Seite Lieferando-Alternative für Restaurants erklärt den schrittweisen Aufbau eines eigenen Bestellkanals.
Fazit: Die Provision muss in Euro bewertet werden
Die Lieferando-Provision wirkt als Prozentwert abstrakt. In Euro wird ihre Bedeutung sichtbar: Bei 10.000 Euro vermitteltem Monatsumsatz entsprechen 14 Prozent 1.400 Euro und 30 Prozent 3.000 Euro.
Ob diese Kosten wirtschaftlich sinnvoll sind, hängt davon ab, was Lieferando dem Restaurant zusätzlich bringt. Wer selbst liefert, muss die eigene Logistik einrechnen. Wer Lieferando liefern lässt, darf die 30 Prozent nicht mit einem reinen Softwarepreis vergleichen. Und wer einen eigenen Shop aufbaut, muss auch dessen Reichweite aktiv entwickeln.
Quellen und Datenstand
Die Werte von 14 und 30 Prozent stammen aus dem offiziellen Lieferando-Factsheet vom März 2023. Ein Lieferando-Sprecher bestätigte sie im Dezember 2023 gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die am 31. August 2026 geprüfte öffentliche Partnerseite bestätigt eine provisionsbasierte Abrechnung und den Verzicht auf eine Anmeldegebühr, zeigt aber keinen universellen aktuellen Prozentsatz. Das individuelle Angebot und der Vertrag bleiben daher maßgeblich.
GastroInsider diente als Orientierung für die direkte Kostenfrage, die Rechenbeispiele und die behandelten Kostenblöcke. Sämtliche Formulierungen wurden neu erstellt; Zahlen wurden gegen zusätzliche Quellen geprüft. GastroSprint ist selbst Anbieter eines Online-Bestellsystems. Eigene Produkt- und Preisangaben werden deshalb von den Lieferando-Referenzwerten getrennt ausgewiesen.
Wie ein provisionsfreier Direktkanal mit eigenem Shop, eigener App und Website aufgebaut ist, zeigt das Online-Bestellsystem für Restaurants.
Lieferando-Provision mit deinem Bestellvolumen berechnen
Ändere Bestellzahl, Warenkorb, Provisionssatz und Fixkosten. Der Vergleich zeigt Plattformkosten und einen eingetragenen Direktkanal für Monat und Jahr.
Datenhinweis: Die voreingestellten 14 Prozent sind ein offiziell dokumentierter Lieferando-Referenzwert aus März 2023, keine garantierte Universalkondition für 2026. Maßgeblich sind dein aktuelles Angebot, die vertragliche Berechnungsbasis und mögliche Zusatzkosten.
- Vermittelter Bestellumsatz/Monat
- 9.000,00 €
- Variable Modellkosten/Monat
- 1.260,00 €
- Plattformkosten/Monat
- 1.260,00 €
- Plattformkosten/Jahr
- 15.120,00 €
- Direktkanal/Monat
- 64,00 €
Im Modell liegt der Plattformwert monatlich1.196,00 ۟ber dem eingetragenen Direktkanal.
Formel: Bestellungen × Warenkorb × variabler Satz + feste Plattformkosten. Jahreswerte entsprechen zwölf gleichen Monaten.Häufige Fragen
Wie hoch ist die Lieferando-Provision für Restaurants?
Lieferando nannte im offiziellen Factsheet von März 2023 einheitlich 14 Prozent bei eigener Lieferung und 30 Prozent mit Lieferando-Logistik. Ein Lieferando-Sprecher bestätigte diese Werte im Dezember 2023. Die aktuelle öffentliche Partnerseite nennt keinen universellen Satz; dein aktuelles Angebot und dein Vertrag sind daher maßgeblich.
Was kosten 20.000 Euro Lieferando-Umsatz pro Monat?
Bei einer angenommenen Provisionsbasis von 20.000 Euro ergeben 14 Prozent rechnerisch 2.800 Euro und 30 Prozent 6.000 Euro Provision pro Monat. Nicht enthalten sind eigene Lieferkosten, optionale Promotion, Zahlungs- oder sonstige vertragliche Zusatzkosten.
Kostet die Anmeldung bei Lieferando eine Gebühr?
Das offizielle Factsheet von 2023 nannte keine Aufnahme- oder Grundgebühr. Auch die aktuell geprüfte Partnerseite schreibt, dass keine Anmeldegebühr anfällt. Umsatzabhängige Provisionen und mögliche Zusatzleistungen sind davon getrennt zu betrachten.
Zahlt das Restaurant die Lieferando-Servicegebühr?
Die im April 2025 eingeführte Servicegebühr wird laut Händlerbund dem Gast im Lieferando-Warenkorb berechnet. Sie ist keine Restaurantprovision. Sie kann den Endpreis und damit die Kaufentscheidung beeinflussen, darf aber nicht als direkter Abzug vom Restaurantumsatz gerechnet werden.
Ist der Wert im Rechner eine garantierte Lieferando-Kondition?
Nein. Die 14 Prozent sind ein öffentlich dokumentierter Lieferando-Referenzwert aus März und Dezember 2023. Für 2026 zeigt die aktuelle öffentliche Partnerseite keine allgemeine Preisliste. Ersetze den Wert im Rechner deshalb durch den Satz und die Berechnungsbasis deines eigenen aktuellen Vertrags.
Kann ein Restaurant Lieferando und einen eigenen Bestellshop parallel nutzen?
Beide Kanäle können unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Marktplatzreichweite für neue Gäste und ein eigener Shop für direkte Bestellungen. Prüfe vor Maßnahmen zur Kundenansprache die aktuellen Vertragsbedingungen sowie Datenschutz- und Werbeeinwilligungen.
Quellen und Produktgrundlage
- Lieferando: Fact Sheet Restaurant-Services DeutschlandOffizielle Lieferando-Quelle vom März 2023: 14 Prozent bei eigener Lieferung, 30 Prozent mit Lieferando-Logistik, keine Aufnahme- oder Grundgebühr.Abgerufen am
- Lieferando: Partnerregistrierung DeutschlandAktuelle öffentliche Partnerseite: provisionsbasierte Abrechnung ohne Anmeldegebühr; ein universeller Provisionssatz wird dort nicht angezeigt.Abgerufen am
- Kölner Stadt-Anzeiger: Lieferando-Gebühren im Rhein-Sieg-KreisBericht vom Dezember 2023 mit Lieferando-Sprecher: 14 Prozent bei Selbstlieferung, 30 Prozent mit Logistikservice, keine Grund- oder Fixkosten.Abgerufen am
- GastroInsider: Lieferando-Kosten für RestaurantsAktuelle Sekundärübersicht zu marktüblichen Spannen, Rechenmodellen und zusätzlichen Kosten; Werte wurden nicht ungeprüft übernommen.Abgerufen am
- Händlerbund: Lieferando-Serviceentgelt seit April 2025Dokumentiert die vom Gast bezahlte Servicegebühr: 2,5 Prozent bis 0,99 Euro beziehungsweise 5 Prozent bis 1,49 Euro je nach Liefermodell.Abgerufen am
- Bundeskartellamt: Prüfung der Lieferando-PreisparitätsklauselBehördliche Quelle von Juli 2023 zur damals geprüften Preisparitätsklausel zwischen Lieferando und Restaurantpartnern.Abgerufen am
- GastroSprint: Preise und TarifePrimärquelle für GastroSprint Direkt ab 64 Euro netto monatlich und die Trennung von Systempreis, Zusatzleistungen und Zahlungsanbietergebühren.Abgerufen am

