Warum Stammkunden weiter über Lieferando bestellen
Wenn Stammkunden weiter über Lieferando bestellen, fehlt ihnen oft kein guter Wille, sondern ein ebenso einfacher und vertrauter Direktweg. Dieser Ratgeber zeigt, wie du die Ursache im eigenen Betrieb findest, Website, Verpackung und Team sinnvoll einsetzt und Portal-Kontaktdaten nicht ungefragt für Werbung verwendest.
Warum bestellen Stammkunden weiter über Lieferando?
Wenn bekannte Gäste weiter über Lieferando bestellen, fehlt ihnen oft kein guter Wille. Meist ist der Weg über das Portal einfach vertrauter oder schneller zu finden. Der eigene Shop ist gar nicht sichtbar, der Link führt über Umwege oder die Angaben unterscheiden sich von denen im Portal. Bevor du über Rabatte nachdenkst, solltest du diese Reibung beseitigen.
Ein Lieferportal kann weiterhin neue Gäste erreichen. Der eigene Bestellkanal hat eine andere Aufgabe: Wer dein Restaurant bereits kennt, soll beim nächsten Mal einen direkten Weg zu Speisekarte, Lieferung und Abholung finden. Beide Kanäle können parallel laufen.
Gewohnheit ist stärker als ein kleiner Hinweis
Lieferando erklärt selbst, dass Bestellverlauf, frühere Favoriten und weitere Signale beeinflussen, welche Restaurants einem Gast angezeigt werden. Das Portal erinnert den Gast also an einen bereits genutzten Bestellweg. Ein einzelner QR-Code auf der Unterseite eines Flyers muss gegen diese Gewohnheit ankommen.
Prüfe deshalb zuerst, wie ein Stammgast heute tatsächlich bestellt:
- Er sucht den Restaurantnamen bei Google.
- Er öffnet die bekannte Lieferando-App oder ein früheres Bestellziel.
- Er vergleicht Öffnungszeit, Liefergebiet und Speisekarte.
- Er nimmt den Weg, der vollständig und vertraut wirkt.
Wenn deine Website keinen sofort sichtbaren Bestellbutton hat oder im Google-Unternehmensprofil der falsche Link steht, gewinnt meist der bekannte Ablauf. Das ist kein Loyalitätsproblem. Es ist ein Problem der Auffindbarkeit.
Finde die konkrete Ursache im eigenen Betrieb
Öffne Website, Google-Unternehmensprofil und Bestellshop auf einem Smartphone, das nicht für die Einrichtung verwendet wurde. Suche so, wie ein Gast suchen würde. Der Restaurantname allein reicht als Ausgangspunkt.
Beantworte dabei diese Fragen:
- Ist der direkte Bestellbutton ohne Scrollen oder Menüsuche sichtbar?
- Führt er unmittelbar zum richtigen Restaurant und zur aktuellen Speisekarte?
- Stimmen Öffnungszeiten, Liefergebiet, Mindestbestellwert und Preise überein?
- Sind Onlinezahlung, Lieferung und Abholung dort verfügbar, wo du sie ankündigst?
- Erkennt ein Gast am Namen, Logo und Erscheinungsbild sofort dein Restaurant?
- Funktioniert der Warenkorb auf einem kleinen Smartphone ohne Umwege?
Notiere jeden Bruch. Ein neuer Werbesatz löst keinen veralteten Link und keine geschlossene Bestellseite. Repariere zuerst den Ablauf, den du anschließend bewerben möchtest.
Der allgemeine Ratgeber zu mehr Direktbestellungen enthält eine ausführliche Prüfung für Website, Google-Profil, QR-Code und Restaurantbetrieb. Diese Szenario-Seite konzentriert sich auf bekannte Gäste, die bereits über ein Portal bestellen.
Mach den direkten Weg beim nächsten Kontakt sichtbar
Stammgäste müssen nicht überzeugt werden, dass dein Essen schmeckt. Sie müssen den anderen Bestellweg sehen und später wiederfinden. Gute Kontaktpunkte sind die eigene Website, das Restaurant, die Abholung und eigene Materialien, die du einer Bestellung beilegst, soweit deine Verträge und Prozesse das erlauben.
Der Hinweis braucht keine lange Erklärung. Beispiele sind:
- “Beim nächsten Mal direkt über unsere Website bestellen”
- “Unsere aktuelle Speisekarte und Direktbestellung”
- “Lieferung oder Abholung direkt beim Restaurant bestellen”
Setze daneben eine lesbare Webadresse und optional einen geprüften QR-Code. Der QR-Code darf nicht die einzige Information sein. Gäste sollten auch ohne Kamera verstehen, wohin der Hinweis führt.
Verwende überall dieselbe Zielseite. Eine Adresse auf der Verpackung, eine andere im Google-Profil und ein dritter Link auf Instagram machen den Direktweg schwerer merkbar. Nach Änderungen sollte jemand im Team alle öffentlichen Links testen.
Nutze Portal-Kontaktdaten nicht als Werbeliste
Eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse kann für die Abwicklung einer Bestellung notwendig sein. Daraus folgt nicht automatisch, dass das Restaurant diese Daten für spätere Werbung verwenden darf. Genau hier entsteht schnell ein Vertrauensbruch: Der Gast bestellt Essen und erhält danach ungefragt Werbenachrichten.
Bevor du E-Mails, SMS oder andere Direktwerbung sendest, musst du Rechtsgrundlage, Informationspflichten, Einwilligung und Widerspruchsmöglichkeit für deinen konkreten Fall prüfen. Die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz beschreibt die Anforderungen und weist ausdrücklich auf Beschwerden nach unerwarteter Werbung hin.
Der sichere praktische Ausgangspunkt ist einfacher: Bewirb deinen Direktkanal an Kontaktpunkten, die du selbst kontrollierst. Für Push-Mitteilungen in einer eigenen Restaurant-App gilt ebenfalls, dass Gäste zustimmen und ihre Entscheidung ändern können müssen.
Der Direktshop muss mindestens so verlässlich wirken
Ein Gast wechselt nicht dauerhaft zu einem Bestellweg, der beim ersten Versuch schlechter funktioniert. Prüfe deshalb nicht nur die Startseite. Bestelle testweise selbst zur Abholung und zur Lieferung. Kontrolliere den Ablauf bis zur Bestätigung im Restaurant.
Achte besonders auf ausverkaufte Produkte, Extras, Adressprüfung, Zahlungsmöglichkeiten und realistische Bearbeitungszeiten. Auch die Reaktion des Teams gehört dazu. Wenn eine Direktbestellung später bestätigt wird als eine Portalbestellung, merkt der Gast diesen Unterschied sofort.
Der Shop sollte keine Vorteile versprechen, die im Betrieb nicht gelten. Schreibe nicht “schneller” oder “günstiger”, wenn Preise, Auslastung oder Lieferzeit das nicht zuverlässig hergeben. Der klare Vorteil ist der direkte Bestellweg unter deiner Restaurantmarke.
Beispiel: Eine Pizzeria mit zwei Bestellwegen
Eine Pizzeria nutzt Lieferando weiter, weil dort neue Gäste nach Pizza in der Umgebung suchen. Gleichzeitig richtet sie einen eigenen Bestellshop ein. Auf der Website steht im sichtbaren Bereich “Direkt bestellen”. Das Google-Unternehmensprofil verweist auf dieselbe Seite.
Bei Abholung weist das Team knapp auf den direkten Shop hin. Auf eigenen Karten und Verpackungshinweisen steht dieselbe Adresse. Der QR-Code öffnet nicht die Startseite, sondern direkt die mobile Speisekarte. Größen, Extras, Liefergebiet und Öffnungszeiten stimmen mit den Angaben im Restaurant überein.
Die Pizzeria verspricht keinen pauschalen Preisvorteil und schreibt Portalbesteller nicht ungefragt an. Nach einigen Wochen vergleicht sie, wie viele Direktbestellungen eingehen, an welchen Stellen Gäste abbrechen und welche Fragen im Betrieb auftauchen. Daraus entsteht die nächste konkrete Verbesserung.
Wann ein eigener Direktkanal noch nicht reicht
Ein neuer Betrieb ohne bekannte Gäste kann weiterhin auf die Reichweite eines Marktplatzes angewiesen sein. Auch ein Restaurant mit unklaren Öffnungszeiten, häufig ausverkauften Gerichten oder einem unzuverlässigen Lieferablauf sollte zuerst diese Grundlagen ordnen.
Ein eigener Shop erzeugt nicht automatisch Nachfrage. Er nimmt direkte Bestellungen an, wenn Gäste ihn finden und nutzen möchten. Für manche Betriebe ist deshalb ein paralleler Aufbau sinnvoller als ein abrupter Wechsel.
Die Lieferando-Alternative für Restaurants trennt beide Modelle ausführlich. Dort kannst du prüfen, welche Aufgabe das Portal und welche Aufgabe der eigene Kanal in deinem Betrieb übernehmen soll.
Welcher gastrosprint-Tarif passt zu diesem Szenario?
Complete ist die Empfehlung, wenn Website, Bestellshop und eigene Restaurant-App gemeinsam aufgebaut werden sollen. Die Website macht den Direktweg sichtbar. Der Shop nimmt die Bestellung an. Die App ergänzt diesen Weg für wiederkehrende Gäste um Punkte, Prämien, App-Angebote und Push-Mitteilungen mit Einwilligung.
Wie daraus ein zurückhaltender Kampagnenplan entsteht, erklärt der Ratgeber Kundenbindung mit Restaurant-App und Push-Marketing. Er trennt Bestellstatus und Werbung und enthält konkrete Nachrichtenbeispiele ohne pauschale Wirkungsversprechen.
Wenn bereits eine gute, funktionierende Restaurant-Website vorhanden ist, kann Growth die schlankere Ausnahme sein. Direct passt, wenn du zunächst nur den eigenen Bestellshop brauchst. Der Tarifvergleich zeigt Preise und Leistungen nebeneinander.
Für den ersten Schritt brauchst du keine künstliche Wechselquote. Prüfe den heutigen Bestellweg, beseitige die konkreten Brüche und mache den direkten Link an den eigenen Kontaktpunkten sichtbar. Danach kannst du anhand echter Bestellungen entscheiden, was als Nächstes verbessert werden muss.
Der Praxisplan für Lieferando- und Wolt-Kunden im eigenen Shop führt dich durch die Umsetzung: mit QR-Karten, Einladungstexten, einer Beispielrechnung und Aufgaben für die ersten 30 Tage.
Häufige Fragen
Soll ich Lieferando abschalten, sobald mein eigener Bestellshop online ist?
Nicht automatisch. Ein Portal kann weiterhin Reichweite bringen, während der eigene Shop für bekannte Gäste aufgebaut wird. Prüfe beide Wege getrennt anhand deiner tatsächlichen Bestellungen, Kosten und betrieblichen Abläufe.
Darf ich Telefonnummern aus Lieferando-Bestellungen für Werbung nutzen?
Behandle Kontaktdaten aus einer Portalbestellung nicht automatisch als Werbeverteiler. Prüfe vor einer werblichen Nachricht die Rechtsgrundlage, eine erforderliche Einwilligung, die Informationen für Betroffene und eine einfache Widerspruchsmöglichkeit.
Wie mache ich meinen eigenen Bestellshop für Stammgäste sichtbar?
Nutze einen eindeutigen Bestellbutton auf der Website, einen aktuellen Link im Google-Unternehmensprofil und verständliche Hinweise im Restaurant, bei der Abholung oder auf eigenen gedruckten Materialien. Jeder Hinweis sollte dasselbe Ziel verwenden.
Braucht ein Restaurant für Direktbestellungen eine eigene App?
Nein. Direct funktioniert als browserbasierter Bestellshop ohne App-Installation. Eine eigene Restaurant-App kann wiederkehrenden Gästen zusätzlich einen direkten Weg mit Punkten, Prämien, App-Angeboten und Push-Mitteilungen mit Einwilligung geben.
Quellen und Produktgrundlage
- gastrosprint: Lieferando Alternative für RestaurantsProduktgrundlage für die Trennung von Marktplatzreichweite und eigenem Direktkanal.Abgerufen am
- gastrosprint: Direktbestellungen im Restaurant steigernBestehender Überblick zu Website, Google-Unternehmensprofil, QR-Codes und Restaurantablauf.Abgerufen am
- Lieferando: Platzierungs- und EmpfehlungssystemeOffizielle Erklärung zur Nutzung von Bestellverlauf, Favoriten, Bewertungen, Betriebsleistung und bezahlter Platzierung.Abgerufen am
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe DirektwerbungBehördliche Orientierung zu personenbezogenen Daten, Einwilligung, Widerspruch und Direktwerbung.Abgerufen am

