Praxis-Ratgeber

Lieferando und Wolt für Neukunden, GastroSprint für Folgebestellungen

Ein eigener Bestellshop übernimmt keine Kunden automatisch. Nutze Lieferando und Wolt für die Gewinnung neuer Gäste und GastroSprint für ihre Folgebestellungen. Der Praxisplan zeigt, wie du den Direktweg vorbereitest, an erlaubten Kontaktpunkten sichtbar machst und mit einer nachvollziehbaren Beispielrechnung bewertest.

Das Bestellsystem allein löst dein Problem nicht

Stell dir vor, dein Restaurant bekommt 1.000 Bestellungen im Monat über Lieferando. Jetzt geht dein eigener Shop online. Speisekarte und Preise sind gepflegt, die Zahlung funktioniert. Für dich ist der neue Bestellweg bereit.

Weiß dein Gast überhaupt davon?

Wenn er den Shop nicht kennt, hat er keinen Anlass, seinen gewohnten Ablauf zu ändern. Beim nächsten Hunger öffnet er wieder die bekannte App. Dein eigener Shop wird erst zur Alternative, wenn du ihm den Weg dorthin zeigst.

Unsere Empfehlung: Nutze Lieferando und Wolt, um neue Gäste zu gewinnen. Lade sie für die nächste Bestellung in deinen GastroSprint-Shop ein. So baust du den Direktkanal neben den Plattformen auf, ohne von heute auf morgen auf deren Reichweite zu verzichten.

Die 1.000 Bestellungen sind ein Rechenbeispiel, keine Kundenzahl aus der Praxis. Darunter können mehrere Bestellungen derselben Person sein. Genau um diese Folgebestellungen geht es hier.

Plane den Weg von der ersten zur nächsten Bestellung

Auf Lieferando oder Wolt kann jemand dein Restaurant entdecken, der bisher noch nie bei dir bestellt hat. Nach dem ersten Essen kennt er deine Küche. Du musst ihm dein Restaurant nicht mehr von Grund auf vorstellen. Jetzt braucht er einen einfachen Weg zurück.

Zeige ihm deshalb, wo er dich direkt findet: auf deiner Website, über den Bestelllink im Google-Profil oder über eine Karte mit QR-Code. Welche Kontaktpunkte du nutzt und was darauf stehen sollte, gehen wir gleich durch.

Auch Wolt empfiehlt auf seiner Händlerseite zu Restaurantmarketing, Marktplatzreichweite mit einem direkten Bestellkanal für Stammkunden zu verbinden. Das ist eine Anbieterempfehlung, keine Studie über erreichbare Wechselquoten.

Auch Stammgäste bestellen über Plattformen. Die Aufteilung beschreibt deshalb dein Ziel, keine feste Eigenschaft der Kanäle: Lieferando und Wolt für die Neukundengewinnung, GastroSprint für die direkte Folgebestellung. Einen wirtschaftlich sinnvollen Neukundenkanal musst du dafür nicht abschalten. Mehr dazu steht im Vergleich zwischen Bestellshop und Lieferportal.

Beispielrechnung: Was bringen dir 100 direkte Folgebestellungen?

Bleiben wir bei den 1.000 monatlichen Plattformbestellungen. Angenommen, in einem späteren Vergleichsmonat laufen 100 davon direkt über deinen Shop und 900 weiter über die Plattformen. Die Gesamtzahl bleibt gleich. Wir rechnen also nicht mit zusätzlichen Bestellungen, sondern mit einem anderen Bestellweg.

Für die Rechnung verwenden wir frei gewählte Netto-Kostenannahmen. Sie sind keine Gebührenliste von Lieferando, Wolt oder Mollie. Nur der GastroSprint-Einstiegspreis stammt aus dem aktuellen Tarif. Auch die 100 Direktbestellungen sind eine Annahme, keine versprochene Wechselquote und nicht zwingend 100 verschiedene Gäste.

Rechenschritt Betrag
Vermiedene variable Plattformkosten: 100 × angenommene 4,20 Euro 420 Euro
Zahlungsabwicklung im Direktshop: 100 × angenommene 0,90 Euro −90 Euro
Aktionskosten: 100 × angenommener 1 Euro −100 Euro
GastroSprint Direkt zum Einstiegspreis pro Monat −64 Euro
Rechnerischer monatlicher Vorteil unter diesen Annahmen 166 Euro

Die Rechnung lautet: 100 × (4,20 − 0,90 − 1,00) − 64 = 166 Euro.

Von den vermiedenen 420 Euro bleiben in diesem Beispiel 166 Euro übrig. Zahlung, Aktion und der gesamte monatliche Shoppreis sind bereits abgezogen. An den übrigen 900 Plattformbestellungen ändert sich nichts; ihre Kosten zählen nicht als Einsparung.

Nimm für deine eigene Rechnung die Werte aus deinen Abrechnungen. Im Beispiel bleiben Verkaufserlöse, Wareneinsatz, Lieferleistung und sonstiger Aufwand gleich. Entstehen durch deinen Shop zusätzliche Kosten für Arbeitszeit, Einrichtung, Werbung oder Lieferung, ziehst du sie ab. Rabatte gehören mit ihrer tatsächlichen Wirkung auf den Erlös in die Rechnung.

Liefert bisher ein Plattformkurier, musst du diese Leistung im Direktkanal selbst organisieren und bezahlen. Rechne sie mit ein. Die Übersicht zu Lieferando-Kosten hilft dir, Vermittlung und Lieferung auseinanderzuhalten.

Schritt 1: Bestelle einmal selbst in deinem Shop

Bevor du die erste Karte verteilst, bestelle einmal selbst über dein Smartphone. Wähle ein Gericht mit Extras, prüfe Liefergebiet und Lieferkosten und gehe bis zur Zahlung und Bestätigung. Teste auch die Abholung. Was dir dabei unklar ist, wird deinen Gästen nicht leichter fallen.

GastroSprint unterstützt die Onlinezahlung über Mollie Connect mit Kreditkarte und PayPal sowie die automatische Onlinezahlungsabwicklung im Bestellprozess. Prüfe, dass die angekündigten Zahlungsarten für dein Restaurant eingerichtet und nutzbar sind.

Lege mit deinem Team fest, wer neue Bestellungen annimmt, Rückfragen beantwortet und bei voller Küche realistische Zeiten setzt. Der Wechsel soll für den Gast auch nach dem Bezahlen funktionieren.

GastroSprint hat keine eigene Lieferflotte. Wenn du bisher nur Plattformkuriere nutzt, organisiere die Lieferung separat oder starte mit einem klar gekennzeichneten Abholangebot.

Verwende eine feste Bestelladresse, die du kontrollierst. Der QR-Code führt direkt zum Shop, nicht auf eine Startseite, auf der der Gast erst suchen muss. Drucke die lesbare Adresse dazu und teste den Code in der tatsächlichen Druckgröße bei normalem Licht.

Eine Ankündigung zum Shopstart reicht nicht aus, um den Bestellweg dauerhaft sichtbar zu machen. Setze den Link an die Stellen, an denen Gäste dein Restaurant wiederfinden: Website, Google-Profil, Social Media und Speisekarte.

Auf Papier funktionieren QR-Code und ausgeschriebene Webadresse zusammen. Online setzt du einen anklickbaren Link. Wer deinen Beitrag auf dem Smartphone liest, soll den Shop auf demselben Gerät direkt öffnen können.

Kontaktpunkt Konkrete Umsetzung
Eigene Restaurantwebsite Gut sichtbarer Button „Direkt bestellen“, der ohne zusätzliche Auswahl zum Shop führt
Google-Unternehmensprofil Eigenen Bestelllink eintragen und als bevorzugt festlegen, sofern die Option angeboten wird
Instagram und Facebook Bestelllink im Profil und an passenden Beiträgen; QR-Code nicht als einzigen Zugang verwenden
Speisekarte und Restauranttisch QR-Code mit „Fürs nächste Mal: direkt bei uns bestellen“ und ausgeschriebener Adresse
Eigene Abholbelege und Rechnungen Kurzer Hinweis außerhalb der Pflichtangaben; das Team nennt bei Bedarf den Direktweg
Flyer, Lieferbeutel und Verpackung Karte mit einer einzigen Handlungsaufforderung; bei Plattformbestellungen erst die vertragliche Zulässigkeit klären

Fang bei deiner Website und deinem Google-Profil an. Google beschreibt die Einrichtung in der offiziellen Unternehmensprofil-Hilfe. Mit unserer Bestelllink-Checkliste für Restaurants kannst du die einzelnen Punkte durchgehen.

Bevor du Karten in Lieferando- oder Wolt-Bestellungen legst, prüfe deine jeweiligen Partnervereinbarungen zu Beilegern, Werbung und Kundenansprache. Lass dir unklare Punkte vor Druck und Verteilung bestätigen. Eine pauschale Erlaubnis für jede Plattformbestellung lässt sich daraus nicht ableiten.

Schritt 3: Lade zur nächsten Bestellung ein

Erkläre deinem Gast, wie er wieder bei dir bestellen kann. Deine Provisionsrechnung muss er dafür nicht kennen, und du musst keine Plattform schlechtreden.

Für eine Karte kannst du beispielsweise diesen Text verwenden:

Hat es dir geschmeckt? Bestelle beim nächsten Mal direkt bei uns. Scanne den QR-Code für unsere Speisekarte, Lieferung und Abholung.

Darunter stehen Restaurantname, QR-Code und echte Shopadresse. Bietest du nur Abholung an, streichst du „Lieferung“. Das Team kann bei der Übergabe ergänzen: „Für deine nächste Bestellung findest du unseren eigenen Shop auf der Karte.“

Auf der Website oder in deinem Social-Media-Profil passt etwa:

Dein Lieblingsgericht für zu Hause: Bestelle direkt in unserem Restaurant-Shop. Hier findest du unsere aktuelle Speisekarte und die verfügbaren Bestellzeiten.

Drucke „günstiger und schneller“ nur dann auf die Karte, wenn du beides halten kannst. Der Endpreis hängt von Gericht, Gebühren und Angebot ab; die Lieferzeit von Küche, Auslastung und Fahrern. Hast du einen nachweisbaren Preisvorteil, nenne das konkrete Angebot samt Bedingungen. Andernfalls bleibt es bei der Einladung, direkt zu bestellen.

Schritt 4: Wähle einen passenden Anlass für die zweite Bestellung

Ein Abholangebot, eine passende Zugabe oder ein tatsächlich eingerichtetes App-Angebot kann den ersten Versuch erleichtern. Wähle etwas, das dein Gast versteht und dein Team zuverlässig anbieten kann. Rechne vorher aus, was es kostet. Gibst du den eingesparten Betrag vollständig als Dauerrabatt weiter, bleibt davon nichts im Restaurant.

Zum Start erhältst du bei GastroSprint ein kostenloses Willkommenspaket mit 1.000 personalisierten Gutscheinkarten. Gutscheinwert, Gültigkeit und Einlösebedingungen stimmen wir vor dem Druck gemeinsam ab. Was zum Paket gehört, steht bei den GastroSprint-Tarifen.

Lege fest, wer die Karten ausgibt und bei welchen Bestellungen sie dabei sein dürfen. Besprich die Bedingungen mit deinem Team, damit es Rückfragen beantworten kann. Die 1.000 Karten sind ein Hilfsmittel, keine Zusage von 1.000 Einlösungen oder neuen Kunden.

Für regelmäßige Wiederbesteller kannst du deine eigene Restaurant-App ergänzen. Growth und Complete enthalten Punkte, Prämien, App-Angebote und Push-Mitteilungen mit Einwilligung. Den ersten Versuch machst du aber nicht von einer Installation abhängig: Der Bestellshop bleibt im Browser erreichbar.

Wie du daraus passende Anlässe zum Wiederbestellen machst, zeigt der Ratgeber zur Kundenbindung mit Restaurant-App und Push-Marketing.

Dein Arbeitsplan für die ersten 30 Tage

Verteile die Aufgaben auf einen Monat. So kannst du den Bestellweg vorbereiten, Hinweise platzieren und erste Rückmeldungen auswerten. Die 30 Tage sind ein Arbeitsplan, keine Frist für eine bestimmte Wechselquote. Ob Gäste dauerhaft direkt wiederbestellen, zeigt sich erst über weitere Bestellgelegenheiten.

Woche 1: Shop testen und Verantwortung festlegen

Prüfe Lieferung, Abholung, Zahlungsarten und Bestätigung. Benenne die Person, die neue Direktbestellungen betreut. Ist die Lieferung noch nicht organisiert, bewirbst du zunächst nur Abholung. Notiere die bisherigen Bestellzahlen getrennt nach Lieferando, Wolt und Direktkanal, soweit sie dir vorliegen.

Setze denselben Bestelllink auf Website, Google-Unternehmensprofil und Social-Media-Profile. Bereite die Karte mit Einladung, Restaurantname, QR-Code und Adresse vor. Kläre Gutscheinbedingungen und Partnerverträge, bevor du eine Verteilung in Plattformbestellungen einplanst.

Woche 3: Klein anfangen und Fragen sammeln

Beginne an einem erlaubten Kontaktpunkt, etwa bei deiner eigenen Abholung. Halte Stückzahl, Zeitraum und Kosten fest. Sammle mit deinem Team die Fragen der Gäste zu Shop, Lieferbedingungen und Zahlungsarten. Behebe wiederkehrende Probleme, bevor du mehr Karten verteilst.

Woche 4: Auf abgeschlossene Bestellungen schauen

Zähle abgeschlossene Direktbestellungen und berücksichtige Stornos, Zahlungsgebühren und Aktionskosten. Kannst du eine Bestellung keiner Quelle zuordnen, bleibt die Quelle unbekannt. Ein QR-Aufruf oder eine eingelöste Karte beweist allein nicht, dass die Bestellung sonst über Lieferando gekommen wäre.

Entscheide anhand dieser Rückmeldungen und Bestellungen, welchen Kontaktpunkt du weiter nutzt und wo du nachbesserst. QR-Aufrufe allein zeigen noch keinen erfolgreichen Wechsel zum eigenen Shop.

Was du mit Plattformkontakten nicht tun solltest

Kundenmigration heißt hier, dass Gäste freiwillig einen anderen Bestellweg wählen. Damit ist kein Import von Kundenkonten, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen aus Lieferando und Wolt gemeint.

Übernimm solche Kontaktdaten nicht ungefragt in deinen Werbeverteiler. Wolt erklärt in seiner Datenschutzerklärung, wofür Bestelldaten an Restaurants weitergegeben werden. Daten für die Abwicklung einer Bestellung sind keine pauschale Werbefreigabe.

Für Werbung per elektronischer Post verlangt § 7 UWG grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Die Bestandskundenausnahme hat mehrere Voraussetzungen; eine Plattformbestellung erfüllt diese nicht automatisch. Lass deinen konkreten Einsatz vorab fachlich prüfen und mache das Abbestellen von Werbung einfach.

Fazit: Neukunden über Lieferando und Wolt, Folgebestellungen über GastroSprint

Nutze Lieferando und Wolt für die Neukundengewinnung und GastroSprint für direkte Folgebestellungen. Die Plattformen helfen bei der Entdeckung deines Restaurants. Dein eigener Shop soll der Weg werden, den ein Gast beim nächsten Mal direkt findet.

Beginne mit einer vollständigen Testbestellung, einem sichtbaren Shoplink und einer verständlichen Einladung. Gib deinem Team einen klaren Ablauf für die Karten und die neuen Direktbestellungen. Die Technik stellt den Bestellweg bereit; im Restaurant machst du ihn bekannt und zuverlässig nutzbar.

Baue den Direktanteil Schritt für Schritt aus und prüfe, was nach Zahlungs-, Aktions- und Lieferkosten im Betrieb bleibt. So arbeitest du an mehr Marge bei Folgebestellungen, ohne einen wirtschaftlich sinnvollen Neukundenkanal vorschnell aufzugeben.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich Lieferando-Kunden in meinen eigenen Shop?

Bereite zuerst einen verlässlichen mobilen Bestellweg vor. Mache ihn auf deiner Website, im Google-Unternehmensprofil und an erlaubten Kontaktpunkten mit einer klaren Einladung sichtbar. Ein QR-Code führt direkt zur Speisekarte. Für die nächste Bestellung braucht der Gast einen wiedererkennbaren Weg, keine neue Suche nach deinem Restaurant.

Sollte ich Lieferando und Wolt danach abschalten?

Unsere Empfehlung ist, beide als Neukundenkanäle zu nutzen und GastroSprint für Folgebestellungen aufzubauen. Ein steigender Direktanteil ist kein Grund, einen wirtschaftlich sinnvollen Neukundenkanal automatisch abzuschalten. Prüfe zusätzliche Nachfrage, Kosten und Lieferorganisation je Plattform.

Darf ich einen QR-Flyer in jede Lieferando- oder Wolt-Bestellung legen?

Das lässt sich ohne deinen jeweiligen Partnervertrag nicht pauschal zusagen. Prüfe die aktuellen Vereinbarungen zu Beilegern, Werbung und Kundenansprache. Kläre unklare Stellen mit dem Vertragspartner, bevor du Karten in Plattformbestellungen verteilst.

Kann ich Kundendaten von Lieferando oder Wolt in GastroSprint übernehmen?

Dieser Plan beschreibt einen freiwilligen Wechsel des Bestellwegs, keinen Datenimport. Kontaktdaten aus einer Plattformbestellung sind keine automatische Werbeeinwilligung. Eine Import- oder Abgleichfunktion für Lieferando- oder Wolt-Kundendaten wird hier nicht zugesagt.

Müssen Gäste für die Direktbestellung eine App installieren?

Nein. Der GastroSprint-Bestellshop funktioniert im Browser. Growth und Complete ergänzen eine eigene Restaurant-App mit Punkten, Prämien, App-Angeboten und Push-Mitteilungen mit Einwilligung. Bewirb die App als zusätzlichen Weg für Wiederbesteller.

Quellen und Produktgrundlage

Den nächsten Bestellweg vorbereiten

Mach aus dem ersten Kontakt eine direkte Folgebestellung.

Lerne GastroSprint für deinen Betrieb kennen: mit Bestellshop, auf Wunsch Website und App sowie personalisierten Gutscheinkarten zum Start.