Praxis-Ratgeber

Eigener Bestellshop oder Lieferportal: Was passt zu deinem Restaurant?

Ein Lieferportal und ein eigener Bestellshop lösen unterschiedliche Aufgaben. Die klare Empfehlung: Lieferando gezielt als Reichweiten- und Neukundenkanal einsetzen und parallel einen eigenen Bestellshop als direkten Weg für bekannte Gäste und Folgebestellungen aufbauen. So kann das Portal neue Nachfrage erschließen, während im Direktkanal nach Abzug der eigenen Kosten mehr Deckungsbeitrag verbleiben kann.

Die kurze Antwort: Es sind zwei unterschiedliche Vertriebsmodelle

Ein Lieferportal und ein eigener Bestellshop sind keine austauschbaren Softwareprodukte. Ein Lieferportal ist ein Marktplatz: Gäste suchen dort zwischen vielen Restaurants, vergleichen Angebote und bestellen innerhalb der Plattform. Ein eigener Bestellshop ist ein direkter Kanal des Restaurants: Gäste kommen über die Website, das Google-Unternehmensprofil, einen QR-Code oder eine bekannte Adresse in den Shop.

Die richtige Entscheidung lautet deshalb selten pauschal „Portal oder Shop“. Zuerst muss geklärt werden, welche Aufgabe fehlt. Braucht das Restaurant zusätzliche Sichtbarkeit bei Menschen, die es noch nicht kennen? Dann kann ein Lieferportal helfen. Bestellen bekannte Gäste bereits regelmäßig, finden aber keinen direkten Weg? Dann wird ein eigener Shop wichtiger. Fehlen Fahrer, muss die Lieferlogistik unabhängig vom Bestellkanal gelöst werden.

Die klare Empfehlung dieses Ratgebers lautet deshalb: Lieferando gezielt als Reichweiten- und Neukundenkanal nutzen und parallel einen eigenen Bestellshop als Direktkanal für bekannte Gäste und Folgebestellungen aufbauen. Das Portal übernimmt die Entdeckung. Der eigene Shop übernimmt den kurzen Weg zur nächsten Bestellung unter der Restaurantmarke.

Entscheidungskriterium Lieferportal Eigener Bestellshop
Auffindbarkeit innerhalb eines bestehenden Marktplatzes über eigene Website, Google-Profil und weitere Kontaktpunkte
Kostenmodell häufig umsatzabhängig nach Vertrag fester Systempreis oder eigenes Betriebsmodell
Lieferung selbst oder je nach Portal als Logistikleistung selbst, extern oder nur Abholung
Markenauftritt Restaurantprofil neben weiteren Angeboten eigener Auftritt des Restaurants
Wiederbestellung im Umfeld und Bestellverlauf der Plattform über den direkten Restaurantkanal
Operative Verantwortung abhängig vom gebuchten Portalmodell Restaurant organisiert Shop, Verfügbarkeit und Übergabeprozess

Wann spricht mehr für ein Lieferportal?

Ein Lieferportal passt vor allem dann, wenn ein Restaurant Reichweite in einem bestehenden Marktplatz benötigt. Lieferando beschreibt seine Partnerleistung selbst als provisionsbasiertes Modell ohne Anmeldegebühr. Die Plattform organisiert Restaurantlisten und Empfehlungen anhand verschiedener Signale, darunter Entfernung, Bestellverlauf, Bewertungen, Betriebsleistung und bezahlte Sponsoring-Services.

Das bedeutet nicht, dass Sichtbarkeit garantiert ist. Ein Restaurant erscheint in einem wettbewerblichen Umfeld und seine Position kann sich je nach Gast, Adresse, Zeitpunkt und Plattformfaktoren unterscheiden. Der Nutzen liegt trotzdem darin, dass dort bereits Menschen mit konkreter Bestellabsicht suchen.

Mehr für ein Lieferportal spricht, wenn:

  • das Restaurant neu ist oder online noch wenig eigene Nachfrage hat,
  • Gäste häufig nach Küche oder Liefermöglichkeit statt nach dem Restaurantnamen suchen,
  • die Plattform nachweislich zusätzliche Bestellungen bringt,
  • eine externe Lieferlogistik benötigt und im Gebiet angeboten wird,
  • das Restaurant Provision und Zusatzkosten in seiner Kalkulation tragen kann.

Wer sich für ein Portal entscheidet, sollte nicht nur den vermittelten Umsatz betrachten. Entscheidend ist der Deckungsbeitrag nach Provision, Wareneinsatz, Verpackung, eigener oder enthaltener Lieferung und möglichen Zusatzleistungen.

Wann spricht mehr für einen eigenen Bestellshop?

Ein eigener Bestellshop passt, wenn bereits Nachfrage nach dem konkreten Restaurant besteht und Gäste einen direkten Bestellweg brauchen. Das gilt besonders für Stammgäste, Abholer, Menschen aus der näheren Umgebung und Nutzer, die den Restaurantnamen bei Google suchen.

Google ermöglicht Unternehmen, Bestell-, Abhol- und Lieferlinks im Unternehmensprofil zu verwalten und einen bevorzugten Link festzulegen. Damit kann ein Restaurant den eigenen Shop an einem Kontaktpunkt platzieren, an dem bekannte Gäste ohnehin nach Öffnungszeiten, Speisekarte oder Anfahrt suchen. Der Ratgeber zum Bestelllink im Google-Unternehmensprofil erklärt diesen Ablauf im Detail.

Mehr für einen eigenen Shop spricht, wenn:

  • viele Gäste das Restaurant bereits beim Namen kennen,
  • Website und Google-Profil regelmäßig gefunden werden,
  • das Restaurant seinen Markenauftritt selbst steuern möchte,
  • Lieferung, Abholung und Bestellannahme intern organisiert werden können,
  • ein kalkulierbarer Systempreis besser zum Bestellvolumen passt,
  • ein verlässlicher direkter Weg für Wiederbestellungen aufgebaut werden soll.

Ein eigener Shop erzeugt jedoch nicht automatisch Besucher. Ein versteckter Link oder eine veraltete Website reicht nicht. Der Shop muss sichtbar, mobil nutzbar und in Öffnungszeiten, Speisekarte, Liefergebiet und Zahlungsarten aktuell sein.

Wie werden die Kosten fair verglichen?

Ein fairer Vergleich stellt vollständige Kanalkosten gegenüber. Eine Portalprovision darf nicht nur mit der Monatsgebühr eines Shops verglichen werden, wenn auf einer Seite Lieferung enthalten ist und auf der anderen nicht. Umgekehrt darf ein fester Shoppreis nicht als vollständige Kostenangabe gelten, wenn Zahlungsanbieter, Marketing und eigene Fahrer fehlen.

Für das Lieferportal gehören mindestens in die Rechnung:

  1. umsatzabhängige Provision laut Vertrag,
  2. eigene Lieferkosten oder gebuchte Plattformlogistik,
  3. optionale Platzierung und Promotion,
  4. Verpackung und zusätzlicher Personalaufwand,
  5. weitere vertragliche Kostenpositionen.

Für den eigenen Shop gehören mindestens in die Rechnung:

  1. monatlicher Systempreis und Einrichtung,
  2. Gebühren des Zahlungsanbieters,
  3. eigene oder externe Lieferkosten,
  4. Website- und Marketingaufwand,
  5. Pflege von Speisekarte, Verfügbarkeit und Kontaktpunkten.

Der Lieferando-Kostenratgeber mit editierbarem Rechner verwendet die öffentlich dokumentierten Referenzwerte von 14 Prozent bei eigener Lieferung und 30 Prozent mit Lieferando-Logistik. Der konkrete Portalvertrag bleibt maßgeblich. Für einen allgemeinen Systemvergleich zeigt der Ratgeber zu Bestellsystemkosten, welche einmaligen, festen und variablen Kosten getrennt erfasst werden sollten.

Welche Bestellung ist über welchen Kanal wirtschaftlich?

Ein Monatsvergleich aus Portalprovision und Shopgebühr reicht für die Entscheidung nicht aus. Aussagekräftiger ist eine einheitliche Kanalrechnung je Bestellung. Sie zeigt, ob eine Portalbestellung, eine direkte Lieferung oder eine direkte Abholung nach den unmittelbar ausgelösten Kosten einen positiven Beitrag zum Betrieb leistet.

Für jede Bestellart sollte dieselbe Rechenlogik verwendet werden:

  1. Netto-Bestellwert nach Umsatzsteuer erfassen.
  2. Umsatzabhängige Provision und Zahlungsgebühren zuordnen.
  3. Wareneinsatz und Verpackung der konkreten Bestellung abziehen.
  4. Variable Arbeitszeit für Zubereitung, Kommissionierung und Übergabe berücksichtigen.
  5. Eigene Fahrer-, Fahrzeug- und Tourkosten oder externe Lieferkosten einrechnen.
  6. Rabatte, Erstattungen, Reklamationen und bezahlte Platzierung dem verursachenden Kanal zuordnen.

Das Ergebnis ist ein kanalbezogener Deckungsbeitrag nach einer vorher festgelegten internen Definition. Anschließend werden die monatlichen Festkosten des Kanals abgezogen, etwa Shopgebühr, feste Marketingkosten oder ausschließlich diesem Kanal zugeordnete Technik. So entsteht ein Kanalergebnis vor den allgemeinen Betriebskosten.

Beispielrechnung für eine Bestellung über 30 Euro

Die folgende Beispielrechnung orientiert sich an der Rechenlogik des GastroInsider-Beitrags. Angenommen werden 30 Euro Brutto-Bestellwert, ein vereinfachter Netto-Bestellwert von 28,04 Euro bei 7 Prozent Umsatzsteuer und ein Wareneinsatz von 30 Prozent des Netto-Bestellwerts. Die Provisionssätze von 14 und 30 Prozent werden in diesem Beispiel ebenfalls auf den Netto-Bestellwert angewendet. Alle sichtbaren Zwischenschritte werden auf Cent gerundet.

Rechenschritt Portal mit eigener Lieferung: 14 % Portal mit Plattform-Logistik: 30 %
Bestellwert brutto 30,00 Euro 30,00 Euro
Bestellwert netto 28,04 Euro 28,04 Euro
minus Portalprovision −3,93 Euro −8,41 Euro
minus Wareneinsatz, angenommen 30 % −8,41 Euro −8,41 Euro
Deckungsbeitrag I 15,70 Euro 11,22 Euro

Die Differenz beträgt in diesem Beispiel 4,48 Euro pro Bestellung. Das ist noch nicht der Gewinn. Beim Modell mit eigener Lieferung fehlen insbesondere Fahrer-, Fahrzeug- und Tourkosten. Bei beiden Modellen müssen außerdem Verpackung, variable Küchenarbeit, Energie, Reklamationen und weitere zurechenbare Kosten berücksichtigt werden. Erst danach lässt sich beurteilen, was die Bestellung tatsächlich zum Betriebsergebnis beiträgt.

Die Rechnung ist ein Rechenbeispiel und keine Ertragsprognose. Bei gemischten Warenkörben, Getränken, abweichendem Wareneinsatz oder einer anderen vertraglichen Provisionsbasis ändern sich die Werte. Maßgeblich sind die eigene Lieferando-Abrechnung, die tatsächlichen Kosten des Restaurants und die steuerliche Einordnung des konkreten Umsatzes.

Für die Monatsauswertung werden die Deckungsbeiträge aller Bestellungen eines Kanals addiert und danach seine festen Monatskosten abgezogen. Miete, Verwaltung und andere allgemeine Fixkosten verschwinden dadurch nicht; sie werden anschließend auf Betriebsebene betrachtet. Wichtig ist vor allem, dass beide Kanäle nach derselben Logik und nicht mit unterschiedlich vollständigen Kostenblöcken verglichen werden.

Ein sinnvoller Vergleich trennt außerdem Lieferung und Abholung. Eine direkte Abholung kann wirtschaftlich anders aussehen als eine direkte Lieferung mit eigenen Fahrern. Ebenso ist ein Portalmodell mit externer Logistik nicht direkt mit einem Shop ohne eingerechnete Lieferkosten vergleichbar. Allgemeine Schwellenwerte zum Bestellvolumen oder Wareneinsatz ersetzen diese betriebsindividuelle Rechnung nicht.

Lieferung und Bestellkanal müssen getrennt entschieden werden

Der Bestellshop nimmt eine Bestellung an. Er ersetzt nicht automatisch Fahrer, Fahrzeuge oder Tourenplanung. Ein Restaurant kann einen eigenen Shop mit eigener Lieferung betreiben, einen externen Kurierdienst beauftragen oder nur Abholung anbieten.

Ein Lieferportal kann ebenfalls unterschiedliche Modelle anbieten. Im offiziellen Lieferando-Factsheet werden eigene Lieferung und zusätzliche Lieferando-Logistik getrennt. Diese Unterscheidung erklärt einen wesentlichen Teil des Kostenunterschieds zwischen den Modellen.

Vor der Kanalentscheidung sollten deshalb vier betriebliche Fragen beantwortet werden:

  • Gibt es zu den relevanten Zeiten genügend Fahrer?
  • Welche Bestellungen können realistisch zur Abholung angeboten werden?
  • Welche Liefergebiete und Fahrtzeiten sind wirtschaftlich tragbar?
  • Wer reagiert bei Verzögerungen, Rückfragen oder abgelehnten Bestellungen?

Ein Portal mit Logistik kann passen, wenn genau diese Lieferkapazität fehlt. Ein eigener Shop kann passen, wenn die Logistik bereits funktioniert oder Abholung den Schwerpunkt bildet. Die Technik allein beantwortet diese Frage nicht.

Welche Gerichte passen überhaupt in den Lieferkanal?

Die Entscheidung betrifft nicht nur den Bestellweg, sondern auch das angebotene Sortiment. Ein Gericht kann im Restaurant gut kalkuliert sein und trotzdem für Lieferung ungeeignet werden, wenn Verpackung, zusätzlicher Arbeitsaufwand oder Qualitätsverlust den Deckungsbeitrag und das Gästeerlebnis verschlechtern.

Jedes Gericht der Lieferkarte sollte deshalb anhand von fünf Fragen geprüft werden:

  • Bleibt die Qualität über die realistische Transportzeit stabil?
  • Deckt der Verkaufspreis Wareneinsatz, Verpackung und kanalabhängige Kosten?
  • Kann die Küche das Gericht auch in Spitzenzeiten zuverlässig produzieren?
  • Sind Varianten und Extras im Bestellprozess eindeutig abbildbar?
  • Wie häufig führen Verpackung, Transport oder Zusammenstellung zu Reklamationen?

Ein Testlauf mit realer Verpackung und einer typischen Lieferstrecke ist aussagekräftiger als eine Schätzung am Küchentisch. Restaurant und Gast sollten anschließend Temperatur, Konsistenz, Vollständigkeit und Präsentation bewerten. Gerichte mit wiederkehrenden Problemen können angepasst, nur zur Abholung angeboten oder aus der Lieferkarte genommen werden.

Eine kleinere Lieferkarte ist nicht automatisch besser. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn sie nachweislich Fehler reduziert, die Produktion in Spitzenzeiten stabilisiert und nur transportfähige Gerichte enthält. Für diese Entscheidung sollten echte Küchen- und Reklamationsdaten statt pauschaler Branchenlisten verwendet werden.

Reichweite ist nicht dasselbe wie Kundenbindung

Marktplatzreichweite hilft dabei, in einer Liste verfügbarer Restaurants aufzutauchen. Ein direkter Kanal hilft Gästen, ein bereits bekanntes Restaurant wiederzufinden. Beide Aufgaben können für denselben Betrieb wichtig sein.

Das Bundeskartellamt stellte bei seiner Untersuchung 2023 fest, dass Wettbewerb zwischen Vermittlungsdiensten nicht nur über den Preis, sondern auch über Plattform- und Servicedifferenzierung stattfindet. Für die Praxis folgt daraus: Der Wert eines Portals darf nicht allein auf seine Provision reduziert werden. Ebenso darf der Wert eines eigenen Shops nicht allein an seiner Monatsgebühr gemessen werden.

Wer bekannte Gäste in den eigenen Bestellweg führen möchte, muss zuerst Reibung beseitigen. Website, Google-Profil und Shop benötigen denselben aktuellen Stand. Der Ratgeber Warum Stammkunden weiter über Lieferando bestellen zeigt, wie Gewohnheit, fehlende Sichtbarkeit und ein unklarer Ablauf geprüft werden.

Kontaktdaten aus einer Portalbestellung sind keine automatische Erlaubnis für Werbung. Newsletter, SMS und andere Direktwerbung benötigen eine passende Rechtsgrundlage, transparente Information und gegebenenfalls eine Einwilligung. Der Wechsel zu einem eigenen Kanal darf nicht durch unzulässige Nutzung fremder Bestelldaten erzwungen werden.

Entscheidungsmatrix nach Ausgangslage

Die folgende Matrix nennt keinen künstlichen Gesamtsieger. Sie ordnet die Ausgangslage einem wahrscheinlich passenden nächsten Schritt zu.

Ausgangslage des Restaurants Wahrscheinlich sinnvoller nächster Schritt Warum
Neuer Betrieb ohne eigene Online-Reichweite Portal testen und eigene Website parallel aufbauen Marktplatz kann erste Sichtbarkeit schaffen; eigener Auftritt verhindert dauerhafte Abhängigkeit von nur einem Kontaktpunkt
Etablierter Betrieb mit vielen Namenssuchen eigenen Shop sichtbar priorisieren bekannte Gäste benötigen keinen Marktplatz zur Entdeckung, sondern einen kurzen direkten Weg
Keine eigene Lieferflotte Portalmodell mit Logistik oder externer Kurierdienst ein Bestellshop allein löst das Fahrerproblem nicht
Eigene Fahrer und funktionierende Lieferung eigenen Shop wirtschaftlich gegen Selbstlieferungs-Portalmodell rechnen die Logistikleistung ist bereits vorhanden und muss nicht doppelt bewertet werden
Starker Abholanteil eigenen Shop für Vorbestellung und Abholung prüfen Übergabe und Kapazität bleiben im Restaurant kontrollierbar
Portal bringt nachweislich neue Gäste Portal beibehalten, Direktkanal ergänzen beide Kanäle erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Bekannte Gäste bestellen überwiegend über das Portal direkten Ablauf auf Website und Google zuerst verbessern vor Rabatten oder Abschaltung muss der eigene Weg auffindbar und zuverlässig sein
Viele Bestellungen, aber schwacher Deckungsbeitrag Kanalkosten und Lieferkarte pro Bestellung auswerten Umsatz allein zeigt nicht, ob der Bestellweg wirtschaftlich arbeitet
Häufige Reklamationen nach der Auslieferung Sortiment, Verpackung und Übergabe getrennt testen die Ursache kann im Gericht oder Prozess liegen und nicht im Bestellkanal selbst
Team ist bei Online-Bestellungen bereits überlastet zuerst Betrieb und Kapazität stabilisieren ein zusätzlicher Kanal verstärkt sonst vorhandene Prozessprobleme

Warum Lieferando und GastroSprint immer parallel eingesetzt werden sollten

Die klare Empfehlung ist ein dauerhafter Parallelbetrieb. Lieferando übernimmt die Rolle des Reichweiten- und Neukundenkanals: Gäste entdecken dort Restaurants, die sie bislang nicht kannten. Der GastroSprint-Bestellshop übernimmt den direkten Weg für Folgebestellungen, sobald der Gast das Restaurant kennt und gezielt wieder bestellen möchte.

Diese Rollenverteilung sollte von Anfang an aufgebaut werden:

  1. Lieferando für neue Nachfrage nutzen: Das Restaurant bleibt im Marktplatz sichtbar und kann Menschen mit konkreter Bestellabsicht erreichen.
  2. GastroSprint als Direktkanal sichtbar machen: Website, Google-Unternehmensprofil und weitere eigene Kontaktpunkte führen ohne Umweg zum Bestellshop.
  3. Folgebestellungen direkt ermöglichen: Bekannte Gäste erhalten einen einfachen Bestellweg unter der Restaurantmarke, ohne erneut auf dem Marktplatz suchen zu müssen.
  4. Mehr Deckungsbeitrag im Direktkanal anstreben: Im eigenen Shop entfällt die prozentuale Portalprovision; Systempreis, Zahlungsgebühren und Lieferkosten bleiben vollständig einzurechnen.

Lieferando und GastroSprint sind deshalb keine gegenseitigen Ersatzprodukte. Lieferando gewinnt Reichweite und potenzielle Neukunden. GastroSprint macht das Restaurant für die nächste direkte Bestellung erreichbar. Die Lieferando-Alternative für Restaurants zeigt, wie dieser eigene Bestellkanal produktseitig aufgebaut wird.

Was bietet GastroSprint in diesem Vergleich?

GastroSprint ist kein Liefermarktplatz und stellt keine externe Lieferflotte. GastroSprint Direkt bietet einen eigenen Bestellshop ab 64 Euro netto monatlich. Lieferung und Abholung, Lieferzonen, Mindestbestellwerte, Lieferkosten, Onlinezahlung über Mollie Connect mit Kreditkarte und PayPal sowie automatische Onlinezahlungsabwicklung können im freigegebenen Produktumfang eingerichtet werden.

GastroSprint Complete verbindet Restaurant-Website, Bestellshop und eigene Restaurant-App. Das kann passen, wenn nicht nur ein Shop, sondern ein vollständiger Direktkanal aufgebaut werden soll. Die aktuellen Leistungen und Preise stehen auf der Seite GastroSprint-Tarife. Der Überblick zum Online-Bestellsystem für Restaurants erklärt den betrieblichen Ablauf von der Speisekarte bis zur Bestellannahme.

Diese Produktangaben ändern die Kanalstrategie nicht: Ein Restaurant kann einen Direktkanal ergänzen und ein Lieferportal parallel weiterverwenden. Maßgeblich bleiben die tatsächliche Reichweite, die Lieferorganisation, der Vertrag und die Wirtschaftlichkeit des einzelnen Betriebs.

Fazit: Lieferando für Neukunden, eigener Bestellshop für Folgebestellungen

Die klare Empfehlung ist kein vollständiger Wechsel von heute auf morgen. Lieferando sollte dort eingesetzt werden, wo der Marktplatz dem Restaurant zusätzliche Reichweite verschafft und neue Gäste erreicht. Das Portal sollte damit wie ein bezahlter Neukundenkanal bewertet werden: Die Provision wird nicht nur für die Bestelltechnik gezahlt, sondern auch für Sichtbarkeit und gegebenenfalls Lieferlogistik.

Parallel dazu sollte jedes Restaurant einen gut sichtbaren eigenen Bestellshop aufbauen. Sobald ein Gast das Restaurant kennt und gezielt wieder bestellen möchte, braucht er keinen erneuten Umweg über einen Marktplatz. Website, Google-Unternehmensprofil und weitere eigene Kontaktpunkte sollten deshalb direkt zum Bestellshop führen.

Im Direktkanal entfällt die prozentuale Portalprovision. Nach Abzug von Systempreis, Zahlungsgebühren, Marketing und eigener oder externer Lieferung kann dadurch bei Folgebestellungen mehr Deckungsbeitrag im Restaurant verbleiben. Die Beispielrechnung zeigt zugleich, warum der konkrete Vorteil mit den echten Kosten des Betriebs geprüft werden muss.

Die empfohlene Rollenverteilung ist damit eindeutig:

  • Lieferando: Reichweite, Auffindbarkeit und Gewinnung neuer Gäste.
  • Eigener Bestellshop: direkter Bestellweg für bekannte Gäste und wirtschaftlichere Folgebestellungen.
  • Lieferorganisation: getrennt kalkulieren, unabhängig davon, über welchen Kanal die Bestellung eingeht.

Lieferando bringt den Erstkontakt. Der eigene Bestellshop macht daraus einen dauerhaft erreichbaren Direktkanal unter der Restaurantmarke.

Wie du Gäste zur nächsten Direktbestellung einlädst, zeigt der Praxisplan zur Kundenmigration von Lieferando und Wolt: vom getesteten Bestellweg über erlaubte Kontaktpunkte bis zur Beispielrechnung.

Häufige Fragen

Ist ein eigener Bestellshop grundsätzlich besser als ein Lieferportal?

Nicht für jede Aufgabe. Die klare Empfehlung ist, ein Lieferportal gezielt für zusätzliche Reichweite und Neukunden zu nutzen und den eigenen Bestellshop als Direktkanal für bekannte Gäste und Folgebestellungen aufzubauen. Beide Kanäle übernehmen damit unterschiedliche Rollen.

Kann ein Restaurant Lieferportal und eigenen Shop gleichzeitig nutzen?

Ja. Ein paralleler Einsatz kann sinnvoll sein, wenn das Portal zusätzliche Reichweite bringt und der eigene Shop einen direkten Weg für bekannte Gäste schafft. Kosten, Bestellungen und operativer Aufwand sollten für beide Kanäle getrennt ausgewertet werden.

Welche Kennzahl zeigt, ob sich ein Bestellkanal lohnt?

Hilfreich ist ein je Kanal einheitlich berechneter Deckungsbeitrag: Netto-Bestellwert abzüglich der unmittelbar durch die Bestellung entstehenden Kosten. Dazu zählen je nach Betrieb Provision oder Systemkosten, Zahlungsgebühren, Wareneinsatz, Verpackung, variable Personalkosten, Lieferung, Rabatte und Erstattungen.

Braucht ein eigener Bestellshop eine eigene Lieferflotte?

Der Shop selbst liefert nicht. Das Restaurant muss Lieferung mit eigenen Fahrern, einem externen Dienst oder ausschließlich Abholung organisieren. Ein Lieferportal kann je nach Modell zusätzlich die Auslieferung übernehmen.

Wie finden Gäste einen eigenen Bestellshop?

Der Shop sollte gut sichtbar auf der Restaurant-Website, im Google-Unternehmensprofil und an kontrollierbaren Kontaktpunkten verlinkt werden. Google erlaubt Unternehmen, passende Bestelllinks hinzuzufügen und einen bevorzugten Link festzulegen.

Dürfen Kontaktdaten aus Portalbestellungen für Werbung genutzt werden?

Eine Bestellabwicklung ist nicht automatisch eine Werbeeinwilligung. Vor Newsletter, SMS oder anderer Direktwerbung müssen Rechtsgrundlage, erforderliche Einwilligung, Informationspflichten und Widerspruchsmöglichkeit geprüft werden.

Quellen und Produktgrundlage

Bestellwege passend einordnen

Prüfe, welcher Direktkanal zu deinem Betrieb passt

GastroSprint Direkt startet mit einem eigenen Bestellshop. Complete verbindet Website, Bestellshop und Restaurant-App zu einem vollständigen Direktkanal.